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Das polnische und das deutche Recht - Gemeinsamkeiten

Das polnische und das deutsche Rechtssystem weisen einige Gemeinsamkeiten auf, was möglicherweise einem gewissen deutschen Einfluss zuzuschreiben ist.

Das polnische Recht stützt sich ebenso wie das deutsche auf Gesetzbücher. Das polnische Zivilgesetzbuch (ZGB, der kodeks cywilny) basiert, ebenso wie das deutsche BGB, auf dem Pandektensystem. Dies bedeutet, dass ein allgemeiner Teil „vor die Klammer gezogen“ ist. Während bei uns die Reihenfolge Allgemeiner Teil, Schuldrecht, Sachen-, Familien- und Erbrecht ist, folgen dem Allgemeinen Teil im polnischen ZGB zunächst das Sachenrecht, dann das Schuldrecht und schließlich das Erbrecht. Aufgrund des sowjetischen Einflusses auf das ZGB ist das Familienrecht in einem separaten Gesetz geregelt.  Das deutsche Recht hat selbst, neben dem französischen und dem schweizerischen, einen großen Einfluss auf das ZGB gehabt. Diesem werden sowohl die Methodik als auch die Abstraktheit der Begriffe zugeschrieben, ebenso wie einige einzelne Rechtsinstitute, zum Beispiel die Trennung zwischen dem Innenverhältnis und der Vollmacht. Auch im Gesellschaftsrecht gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen deutschem und polnischem Recht.

Im deutschen Recht gibt es zunächst eine allgemeine Aufteilung zwischen den Handelsgesellschaften und der davon zu trennenden BGB-Gesellschaft, der GbR. Im polnischen Recht wird ebenfalls zwischen den Handelsgesellschaften und der ZGB-Gesellschaft (spółka cywilna) unterschieden, welche in den Art. 860 ff. des Zivilgesetzbuches geregelt ist, Auch die Handelsgesellschaften unterscheiden sich kaum vom deutschen Recht: Auf Seiten der Kapitalgesellschaften gibt es die GmbH (spółka z.o.o.) und die AG (spółka akcyjna = S.A.). Auch die Anwendung der unterschiedlichen Gesellschaftsformen in der Praxis weist große Ähnlichkeiten auf: Nach dem statistischen Amt GUS gab es 2012 in Polen 290291 GmbHs.

Sie ist damit landesweit die beliebteste Gesellschaftsform. In Deutschland hat sie diesen Status ebenfalls inne. Das Verfassungsrecht Die polnische Verfassung aus dem Jahr 1997 hat mit dem deutschen Grundgesetz zahlreiche Gemeinsamkeiten. Beide verfügen über einen ausführlichen Grundrechteteil. Auch das Sozialstaatsprinzip ist in beiden Verfassungen verankert. Art. 20 I GG stellt fest, dass die Bundesrepublik ein demokratischer und sozialer Bundesstaat ist. Nach Art. 2 PV ist die Republik Polen ein demokratischer Rechtsstaat, der die Grundsätze gesellschaftlicher Gerechtigkeit verwirklicht. Sowohl die polnische Verfassung als auch das Grundgesetz stellen außerdem erhöhte Verfahrensanforderungen bei einer Verfassungsänderung. Sie grenzen sich damit von anderen Rechtsordnungen ab, in denen eine Verfassungs- ebenso einfach wie eine sonstige Gesetzesänderung verabschiedet werden kann.

Quelle: Liebscher/Zoll, Einführung in das polnische Recht, C.H. Beck, München 2005
Tereszkiewicz, Einführung in das polnische Recht

Buchstabieralphabet

Bei geschäftlichen oder privaten Gesprächen am Telefon muss man immer wieder Namen, E-Mail-Adressen, URLs etc. buchstabieren. Vor allem bei schwierigen Namen oder Adressen lässt sich dadurch sicherstellen, dass der Gesprächspartner alles richtig notiert. So buchstabieren Sie korrekt in der deutschen und in der polnischen Sprache:
deutsch polnisch
A  Anton  Ä Ärger A  Adam
B Berta B Barbara
C Cäsar  Ch Charlotte C Celina   Ć  Ćma
D Dora  D Dorota
E Emil E Ewa 
F Friedrich F Franciszek
G Gustav G Genowefa
H Heinrich Halina
I Ida Irena
J Julius J Jadwiga
K Kaufmann Karol
L Ludwig Ludwik  Ł Łukasz
M Martha Maria
N Nordpol Natalia
O Otto  Ö Ökonom Olga
P Paula Paweł
Q Quelle Quantum
R Richard Roman
S Samuel  ß Eszett Stefan  Ś Światowid
Tehodor Tadeusz
Ulrich  Ü Übermut Urszula
Viktor Violetta
Wilhelm  Wanda
Xanthippe  Xawery
Ypsilon  Ypsylon
Zacharias  Zygmunt

* Reform der Buchstabiertafel: Aus "Dora" wird wieder "David"